Eiguliai Burgwall

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Žaliakalnis, Kaunas
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Wigand von Marburg schrieb in seinen Chroniken von 1379, dass der Marschall des Deutschen Orden Gottfried von der Linde, bei seinem Zerstörungsmarsch durch Litauen kam runter von Neris bis zu Eiguliai. Das ist die erste schriftliche Erwähnung dieser Ortschaft. Heute ist Eiguliai ein Stadtviertel von Kaunas und an die Geschichte des 14. Jahrhunderts erinnert hier nur noch der versteckte Burgwall.

Der auf dem linken Ufer von Neris und nicht weit des heutigen Eiguliai Friedhofs befindende Burgwall, kann von der Jonavos Straße erreicht werden, man muss von der Jonavos Str. in die schmale Kamajų Str. einbiegen, einen kleinen Durchgang finden und die Betontreppe hochsteigen.

Die Freifläche des Burgwalls ist 70 x 60 m groß, mit abgerundeten Kanten. Die Freifläche wird nicht bearbeitet und die Befestigungen sind beschädigt. Am östlichen Ende ist ein 5-6 m hoher Wall aufgeschüttet. Man geht davon aus, dass genau auf diesem Burgwall die Eiguliai (Egollen) Burg gestanden hatte. Diese wurde am 30. Juni 1382 von dem Deutschen Orden niedergebrannt. Es gibt Meinungen, dass an der wiederaufgebauten Eiguliai Burg Vytautas im Jahr 1390 Skirgaila geschlagen hatte.

1956 bei einem Vorhaben auf den Burgwall ein Haus zu bauen, wurde der Burgwall in der Mitte von einem Bulldozer in Richtung Graben weggeschoben, diese Bauarbeiten konnten aber Dank der Einwände des Pioniers der litauischen Archäologie Petras Tarasenka gestoppt werden. Während der Ausgrabungen wurden auf diesem Gebiet getöpfertes Geschirr mit Ausschmückungen: horizontalen Prallelen, gewellten Linie und unterschiedlichen anderen Ritzungen, Scherben, Stücke vom verrußten Lehmputz und Spitze eines Armbrustbolzen aus Metall gefunden.

Neben dem heutigen Friedhof von Eiguliai gibt es eine mit dem Burgwall in Verbindung stehende Grabstätte, die in der Zwischenkriegszeit untersucht wurde. Hier wurden Grabstellen von 47 nicht eingeäscherten und 4 eingeäscherten Gestorbenen gefunden, die mit dem 4. – 7. Jh. datiert werden. Am Boden der Gräber der nicht eingeäscherten Toten wurden Steine gefunden. In den Gräbern der Männer wurden Metalläxte, Pfeilspitzen, Messer, Broschen und Ringe gefunden. In den Gräbern der Frauen fand man Schmuck: Torques, Broschen, Anstecker, Armreifen, viel Glas, Halsketten aus Emaille und Bernstein.

Schon nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in der nordöstlichen Richtung von dem Friedhof, Siedlungen aus der Stein- und Bronzezeit gefunden und untersucht. Hier wurden Spuren von Feuerstellen, Pfeilspitzen aus Feuerstein, Kratzer, Ritzer, Handwerksgegenstände aus Keramik und Feuerstein gefunden.

Der unweit der berühmten Kliniken von Kaunas sich befindende Eiguliai Burgwall ist nicht das einzige interessante Objekt in dieser Gegend. Kaum einen Kilometer entfernt finden Sie den Fort VII der Kaunas Festung, wo ein Museum eingerichtet ist, Unterrichtsstunden für Schüler zu unterschiedlichen Themen angeboten werden und die Gedenkstätte für die Holokaustopfer besichtig werden kann

Eiguliai Burgwall

Žaliakalnis, Kaunas

Wigand von Marburg schrieb in seinen Chroniken von 1379, dass der Marschall des Deutschen Orden Gottfried von der Linde, bei seinem Zerstörungsmarsch durch Litauen kam runter von Neris bis zu Eiguliai. Das ist die erste schriftliche Erwähnung dieser Ortschaft. Heute ist Eiguliai ein Stadtviertel von Kaunas und an die Geschichte des 14. Jahrhunderts erinnert hier nur noch der versteckte Burgwall.

Der auf dem linken Ufer von Neris und nicht weit des heutigen Eiguliai Friedhofs befindende Burgwall, kann von der Jonavos Straße erreicht werden, man muss von der Jonavos Str. in die schmale Kamajų Str. einbiegen, einen kleinen Durchgang finden und die Betontreppe hochsteigen.

Die Freifläche des Burgwalls ist 70 x 60 m groß, mit abgerundeten Kanten. Die Freifläche wird nicht bearbeitet und die Befestigungen sind beschädigt. Am östlichen Ende ist ein 5-6 m hoher Wall aufgeschüttet. Man geht davon aus, dass genau auf diesem Burgwall die Eiguliai (Egollen) Burg gestanden hatte. Diese wurde am 30. Juni 1382 von dem Deutschen Orden niedergebrannt. Es gibt Meinungen, dass an der wiederaufgebauten Eiguliai Burg Vytautas im Jahr 1390 Skirgaila geschlagen hatte.

1956 bei einem Vorhaben auf den Burgwall ein Haus zu bauen, wurde der Burgwall in der Mitte von einem Bulldozer in Richtung Graben weggeschoben, diese Bauarbeiten konnten aber Dank der Einwände des Pioniers der litauischen Archäologie Petras Tarasenka gestoppt werden. Während der Ausgrabungen wurden auf diesem Gebiet getöpfertes Geschirr mit Ausschmückungen: horizontalen Prallelen, gewellten Linie und unterschiedlichen anderen Ritzungen, Scherben, Stücke vom verrußten Lehmputz und Spitze eines Armbrustbolzen aus Metall gefunden.

Neben dem heutigen Friedhof von Eiguliai gibt es eine mit dem Burgwall in Verbindung stehende Grabstätte, die in der Zwischenkriegszeit untersucht wurde. Hier wurden Grabstellen von 47 nicht eingeäscherten und 4 eingeäscherten Gestorbenen gefunden, die mit dem 4. – 7. Jh. datiert werden. Am Boden der Gräber der nicht eingeäscherten Toten wurden Steine gefunden. In den Gräbern der Männer wurden Metalläxte, Pfeilspitzen, Messer, Broschen und Ringe gefunden. In den Gräbern der Frauen fand man Schmuck: Torques, Broschen, Anstecker, Armreifen, viel Glas, Halsketten aus Emaille und Bernstein.

Schon nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in der nordöstlichen Richtung von dem Friedhof, Siedlungen aus der Stein- und Bronzezeit gefunden und untersucht. Hier wurden Spuren von Feuerstellen, Pfeilspitzen aus Feuerstein, Kratzer, Ritzer, Handwerksgegenstände aus Keramik und Feuerstein gefunden.

Der unweit der berühmten Kliniken von Kaunas sich befindende Eiguliai Burgwall ist nicht das einzige interessante Objekt in dieser Gegend. Kaum einen Kilometer entfernt finden Sie den Fort VII der Kaunas Festung, wo ein Museum eingerichtet ist, Unterrichtsstunden für Schüler zu unterschiedlichen Themen angeboten werden und die Gedenkstätte für die Holokaustopfer besichtig werden kann

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