Gandinga Burgwall mit Vorburg und Siedlung

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Mardosai, Kreis Plungė
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Der am rechten Ufer von Minija, an der Straße Plungė – Vėžaičiai sich befindende Ort Gandinga ist heute nur winzig klein. Seinerzeit ist er aber ein besonders wichtiges kulturelles, administratives Zentrum und eine verteidigungstechnisch bedeutsame Einheit gewesen, die zu der historischen Landschaft Keklys gehörte. Das ist ein Netzteil der ältesten Siedlungen Litauens. Gandinga wird das erste Mal im Jahr 1253, in Teilungsurkunden des Kurlandes erwähnt.
Dieses Gebiet ist besonders reich an Burgwällen – auf einer ganz kleinen Fläche findet man sogar fünf davon. Archäologen fanden hier Spuren von einer Siedlung und einem Gutshof vom Ende des 1. Jahrtausends – Anfang des 2. Jahrtausends. Nachdem die Schweden in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts Gandinga verwüstet hatten, verlor es zunehmend an Bedeutung und ihre Funktionen wurden von Plungė übernommen.
Der in dem besonders abschüssigen Tal des Minija Zuflusses Babrungas sich befindende Gandinga Burgwall, welcher auch noch Burg Berg (lt. Pilies kalnas) genannt wird, ist ein Teil des Wohn-, Verteidigungskomplexes aus dem 1. -13. Jh. Zu diesem Komplex gehören auch der Varkaliai Burgwall mit Siedlung, Nausodis Burgwall mit Siedlung, Nausodis Burgwall II, Gandinga alte Siedlung und Gandinga Friedhof.
Die Hänge des Burgberges, wo die im Jahr 1253 erwähnte Burg der Kuren Gandinga gestanden haben muss, sind steil, 32 m hoch. Der Berg ist stark vom Ackerland beschädigt. Die nicht bearbeitete Freifläche ist oval förmig, länglich, 78 x 33 m groß. Westlich vom Burgwall gibt es eine trapezförmige Vorburg mit einer 38 x 110 m großen Freifläche. Etwas hinter der Vorburg gibt es eine alte Siedung, und daneben einen Alt Grab aus dem 5. – 13. Jh.
Am Anfang des 20. Jh. besuchte den Burgwall der Pole Ludwik Krzywicki, der in Litauen über 200 Burgwälle erforscht hatte. Er konnte mindestens drei Erhöhungsetappen des Walls feststellen und in jedem wurde reichlich Holzkohle gefunden. Über den Burgwall Gandinga, wo sich zu der Zeit noch Spuren der vergangenen Jahrhunderte gab, schrieb der Forscher in seinem in Warschau herausgegebenen Buch Žemaičių senovė (dt. Vergangenheit Niederlitauens).
Über den Burgwall gibt es zahlreiche Legenden. Zum Beispiel, dass es hier geräumige unterirdische Tunnel gibt, wo die Schweden, die das Land besetzten, große Schätze versteckt haben und diese von den Teufeln überwachen lassen. Der Wächter der Schätze erscheint nachts den Pferdeknechten oder Hirten als vornehmer Herr und fragt nach Feuer für seine Pfeife. Schriftliche Quellen bezeugen, dass in der Umgebung von Gandinga eine Kultstätte der Balten gab, wo heiliges Feuer brannte.

Gandinga Burgwall mit Vorburg und Siedlung

Mardosai, Kreis Plungė

Der am rechten Ufer von Minija, an der Straße Plungė – Vėžaičiai sich befindende Ort Gandinga ist heute nur winzig klein. Seinerzeit ist er aber ein besonders wichtiges kulturelles, administratives Zentrum und eine verteidigungstechnisch bedeutsame Einheit gewesen, die zu der historischen Landschaft Keklys gehörte. Das ist ein Netzteil der ältesten Siedlungen Litauens. Gandinga wird das erste Mal im Jahr 1253, in Teilungsurkunden des Kurlandes erwähnt.
Dieses Gebiet ist besonders reich an Burgwällen – auf einer ganz kleinen Fläche findet man sogar fünf davon. Archäologen fanden hier Spuren von einer Siedlung und einem Gutshof vom Ende des 1. Jahrtausends – Anfang des 2. Jahrtausends. Nachdem die Schweden in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts Gandinga verwüstet hatten, verlor es zunehmend an Bedeutung und ihre Funktionen wurden von Plungė übernommen.
Der in dem besonders abschüssigen Tal des Minija Zuflusses Babrungas sich befindende Gandinga Burgwall, welcher auch noch Burg Berg (lt. Pilies kalnas) genannt wird, ist ein Teil des Wohn-, Verteidigungskomplexes aus dem 1. -13. Jh. Zu diesem Komplex gehören auch der Varkaliai Burgwall mit Siedlung, Nausodis Burgwall mit Siedlung, Nausodis Burgwall II, Gandinga alte Siedlung und Gandinga Friedhof.
Die Hänge des Burgberges, wo die im Jahr 1253 erwähnte Burg der Kuren Gandinga gestanden haben muss, sind steil, 32 m hoch. Der Berg ist stark vom Ackerland beschädigt. Die nicht bearbeitete Freifläche ist oval förmig, länglich, 78 x 33 m groß. Westlich vom Burgwall gibt es eine trapezförmige Vorburg mit einer 38 x 110 m großen Freifläche. Etwas hinter der Vorburg gibt es eine alte Siedung, und daneben einen Alt Grab aus dem 5. – 13. Jh.
Am Anfang des 20. Jh. besuchte den Burgwall der Pole Ludwik Krzywicki, der in Litauen über 200 Burgwälle erforscht hatte. Er konnte mindestens drei Erhöhungsetappen des Walls feststellen und in jedem wurde reichlich Holzkohle gefunden. Über den Burgwall Gandinga, wo sich zu der Zeit noch Spuren der vergangenen Jahrhunderte gab, schrieb der Forscher in seinem in Warschau herausgegebenen Buch Žemaičių senovė (dt. Vergangenheit Niederlitauens).
Über den Burgwall gibt es zahlreiche Legenden. Zum Beispiel, dass es hier geräumige unterirdische Tunnel gibt, wo die Schweden, die das Land besetzten, große Schätze versteckt haben und diese von den Teufeln überwachen lassen. Der Wächter der Schätze erscheint nachts den Pferdeknechten oder Hirten als vornehmer Herr und fragt nach Feuer für seine Pfeife. Schriftliche Quellen bezeugen, dass in der Umgebung von Gandinga eine Kultstätte der Balten gab, wo heiliges Feuer brannte.

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