Untergrunddruckerei AB

1°C
Spaustuvės Str. 2, Dorf Saliai, Domeikava, Kreis Kaunas
Hören
Routen

Eine kaum fassbare Tatsache ist, dass in einer Kleingärtensiedlung im Dorf Saliai, im Landkreis Kaunas, kurz vor Untergang der Sowjetunion funktionierte zehn Jahre unentdeckt eine Untergrunddruckerei. Ihre Gründer Vytautas Andziulis und Juozas Bacevičius kämpften mit ihrer aufwändigen Arbeit gegen die von der Okkupationsregierung verbreitete Propaganda und bemühten sich darum, dass die geistigen Werte unseres Volkes nicht endgültig zerstört werden.
Es ist interessant, dass der patriotisch erzogene Lehrersohn V. Andziulis, schon 1968 auf Konfrontationskurs mit der Sowjetischen Regierung ging, als er entschieden hatte ein Herrenhaus zu bauen. Ein dauerhaftes Leben in den Kleingärtenanlagen war zu damaliger Zeit unerwünscht. Genau unter diesem, mit eigenen Händen ausgebauten und gepflegten Herrenhaus, eröffnete nach einem guten Jahrzehnt die Untergrunddruckerei. Diese wurde absolut vor allen, sogar vor den Kindern der Familie Andziuliai, geheim gehalten. Es wird erzählt, dass einmal die Kinder den heimlichen Keller entdeckt hatten, so wurde es gelogen, dass hier Experimente mit Pflanzen durchgeführt werden.
Das erste in der illegalen Druckerei, für deren Namen die Gründer jeder jeweils den ersten Buchstaben ihrer Namen geliehen haben, herausgegebene Buch war, das von Bischof Kazimieras Paltarokas zusammengestellte Tikybos pirmamokslis (dt. Grundlagen des Glaubens). In den Jahren 1981 -1990 wurden hier gedruckt und über den Gutshof von J. Basanavičius im Šakiai Bezirk später verbreitet, 23 unterschiedliche Publikationen mit patriotischem und religiösem Inhalt (verboten unter der Okkupationsregierung), mit einer Gesamtauflage von 138 000 Exemplaren. Alle wurden mit derselben, von V. Andziulis zusammengebauten, Hochdruckmaschine gedruckt. Eines der wichtigsten Bücher, die in dieser Druckerei herausgegeben wurden, ist – Litauen und die Sowjetunion in den für Litauen schicksalhaften Jahren 1939 – 1940, von Juozas Urbšys, dem letzten Außenminister der Ersten Republik.
Nach dem Tod von V. Andziulis kümmerte sich um den Nachlass der Druckerei seine Frau Birutė. Heute ist in der Druckerei ein Museum eingerichtet, dass übrigens gar nicht so leicht zu finden ist. Sie müssen um das Wohnhaus herumgehen und in das Gewächshaus hineingehen. Im Versteck selbst kann man die tief unter der Erde eingerichtete Druckerei besichtigen und sich die Hochdruckmaschine, Kopien von antinazistischen und antisowjetischen Dokumenten, Ausgaben der Untergrunddruckerei, Fotos von Resistenten ansehen. Die Druckerei ab ist in die Liste der international historisch wertvollen Einrichtungen und Orte des Kalten Krieges eingetragen. Seit 1997 ist sie eine Filiale des Vytautas-Magnus-Militärmuseums in Kaunas.

Untergrunddruckerei AB

Spaustuvės Str. 2, Dorf Saliai, Domeikava, Kreis Kaunas

Eine kaum fassbare Tatsache ist, dass in einer Kleingärtensiedlung im Dorf Saliai, im Landkreis Kaunas, kurz vor Untergang der Sowjetunion funktionierte zehn Jahre unentdeckt eine Untergrunddruckerei. Ihre Gründer Vytautas Andziulis und Juozas Bacevičius kämpften mit ihrer aufwändigen Arbeit gegen die von der Okkupationsregierung verbreitete Propaganda und bemühten sich darum, dass die geistigen Werte unseres Volkes nicht endgültig zerstört werden.
Es ist interessant, dass der patriotisch erzogene Lehrersohn V. Andziulis, schon 1968 auf Konfrontationskurs mit der Sowjetischen Regierung ging, als er entschieden hatte ein Herrenhaus zu bauen. Ein dauerhaftes Leben in den Kleingärtenanlagen war zu damaliger Zeit unerwünscht. Genau unter diesem, mit eigenen Händen ausgebauten und gepflegten Herrenhaus, eröffnete nach einem guten Jahrzehnt die Untergrunddruckerei. Diese wurde absolut vor allen, sogar vor den Kindern der Familie Andziuliai, geheim gehalten. Es wird erzählt, dass einmal die Kinder den heimlichen Keller entdeckt hatten, so wurde es gelogen, dass hier Experimente mit Pflanzen durchgeführt werden.
Das erste in der illegalen Druckerei, für deren Namen die Gründer jeder jeweils den ersten Buchstaben ihrer Namen geliehen haben, herausgegebene Buch war, das von Bischof Kazimieras Paltarokas zusammengestellte Tikybos pirmamokslis (dt. Grundlagen des Glaubens). In den Jahren 1981 -1990 wurden hier gedruckt und über den Gutshof von J. Basanavičius im Šakiai Bezirk später verbreitet, 23 unterschiedliche Publikationen mit patriotischem und religiösem Inhalt (verboten unter der Okkupationsregierung), mit einer Gesamtauflage von 138 000 Exemplaren. Alle wurden mit derselben, von V. Andziulis zusammengebauten, Hochdruckmaschine gedruckt. Eines der wichtigsten Bücher, die in dieser Druckerei herausgegeben wurden, ist – Litauen und die Sowjetunion in den für Litauen schicksalhaften Jahren 1939 – 1940, von Juozas Urbšys, dem letzten Außenminister der Ersten Republik.
Nach dem Tod von V. Andziulis kümmerte sich um den Nachlass der Druckerei seine Frau Birutė. Heute ist in der Druckerei ein Museum eingerichtet, dass übrigens gar nicht so leicht zu finden ist. Sie müssen um das Wohnhaus herumgehen und in das Gewächshaus hineingehen. Im Versteck selbst kann man die tief unter der Erde eingerichtete Druckerei besichtigen und sich die Hochdruckmaschine, Kopien von antinazistischen und antisowjetischen Dokumenten, Ausgaben der Untergrunddruckerei, Fotos von Resistenten ansehen. Die Druckerei ab ist in die Liste der international historisch wertvollen Einrichtungen und Orte des Kalten Krieges eingetragen. Seit 1997 ist sie eine Filiale des Vytautas-Magnus-Militärmuseums in Kaunas.

Kommenttar hinterlassen
E-Mail

Kommentar*

Senden
Kommentar erfolgreich abgesendet!